Barcelona, das ist eine Metropole am Mittelmeer, die richtig Spaß macht. Vor allem seit den Olympischen Spielen 1992 hat sich die Stadt intensiv herausgeschönt. Häßliche Industriebauten sind verschwunden, ein langer Sandstrand lädt zum Verweilen und auch Kunstbegeisterte kommen auf ihre Kosten. Oder die Freunde der Schokolade… Denn hier gibt es ein echtes Schoko-Museum.
Ankommen werden Sie – wahrscheinlich – im Flugzeug. Der Flughafen heißt ‚El Prat’ und liegt rund 40 km außerhalb der Stadt. Geschickt geregelt ist der Transfer mit dem Bus zur Mittelmeerstadt: Alle 5 bis 15 Minuten fahren die Busse. Und zwar 2 Linien – A1 und A2. Beide fahren zum Placa de Catalunya und halten nur am Flughafen an anderen Stellen. Der A1 fährt zum Terminal T1, der A2 zum Terminal T2. Der einfache Fahrpreis liegt bei 5 Euro. Sollten Sie einen Stadtbus gen Barcelona benutzen wollen, fährt Sie die Linie 106 vom Flughafen an den Placa de Espana. Der Fahrpreis liegt bei 1,05 Euro.
Barcelona hat viel zu bieten
Barcelona bietet alles, was eine Stadt mit mehr als 1,6 Millionen Einwohnern offerieren kann. Insgesamt wohnen im gesamten Einzugsbereich knapp 5 Millionen Menschen aus allen Herkunftsländern. Über 1250 Hotels listet das Internet zu Barcelona auf. Die günstigsten Zimmer liegen um die 55 Euro pro Nacht und Person, das teuerste, aber vielleicht nicht schönste Hotel ist das Zenith Borrell. Es kostet 550 Euro pro Nacht. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad von Juni bis September. In der anderen Jahreszeit geht es hinunter bis auf plus 9 bis 10 Grad. Regenstark sind die Monate September und Oktober, regenschwach ist die Zeit Mitte Juni bis Mitte August. Aber auch hier tröpfelt es…
Schöne und interessante Architektur, Museen, Theater, Einkaufszonen, Caféhäuser, und – am Mittelmeer gelegen – auch gleich 3 Häfen. Das Ganze entstand zu den Olympischen Spielen des Jahres 1992, die der Stadt das barcelonesische Sprichwort ‚Stadt mit dem Rücken zum Meer’ abspenstig machten. Es gab genug Geld, um verschandelnde Industriebauten umzusiedeln und Barcelona mit einem breiten Strand zu versehen.
Das U-Bahnnetz von Barcelona
Barcelona besitzt ein ausgesprochen interessantes U-Bahn-Netz. Es wurde in den 20er Jahren parallel von zwei Unternehmen aufgebaut, der Transports Metropolitan de Barcelona (TMB, Linien L1 bis L5 und L11) und der Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC, Linien L6 bis L8 und Regionalbahnen). Die Linien 9 und 10 sind brandneu. Sie fahren auf über 40 km ohne Zugführer und sind erst Ende 2009 respektive innerhalb dieses Jahres 2010 eröffnet worden. Die Linie 10 wird als Regionallinie den Flughafen El Prat mit der Stadt verbinden. Die U-Bahn-Ticketpreise liegen bei 1,40 Euro/Zone1 für eine Einzelfahrt, 7,95 Euro für eine Zehnerkarte, die Tageskarte kostet 6 Euro und die 5-Tageskarte in Zone 1 etwas über 24 Euro. Eine der Stationen, an der sich 5 Bahnlinien begegnen, ist der Placa de Catalunya. Von diesem Platz aus können Sie zu Fuß die römischen Ruinen, die Altstadt (Barri gotic) und die Neustadt Eixampel erreichen.
Barcelona – das Zentrum der Stadt
Das “Zentrum Barcelonas”, der katalanische Platz, besteht aus sternförmig angeordneten Bodenfiguren aus blauen, roten und grauen Fliesen. Der Verkehrslärm wird durch eine Bepflanzung mit Springbrunnen abgeschirmt. Hier gibt es übrigens auch Fahrradverleihstationen. Gehen Sie in südöstlicher Richtung hin zum ehemaligen Hafen. Les Rambles ist eine belebte Promenade. Erobern Sie La Rambla mit ihren vielen Geschäften. Entdecken Sie auf deren linken Mittelstreifenrand einen gußeisernen Trinkwasserspender, den Font de Canaletes, und genießen Sie die Magie: Wer aus diesem Brunnen trinkt, kehrt nach Barcelona zurück.
Shoppingfreunde aufgepasst: Folgen Sie der Carrer de Pelai in Richtung Universität. In dieser Straße finden Sie die Shoppingmall El Triangle. Nicht zu verpassen ist die Passeig de Gracia, die sich zu einem breiten Boulevard mausert. Hier gibt es sehenswerte Architektur zu bewundern, unter anderem zwei Häuser des Künstlers Antoni Gaudi (1852 – 1926). Die Casa Mila, Passeig de Gracia 92, wurde zwischen 1906 bis 1910 erbaut. Gaudi leistete hier Erstaunliches: Eine Tiefgarage ist vorhanden, die Innenräume der Beton-Eisen-Konstruktion besitzen bewegliche Wände und eine geschickte Planung macht eine Klimaanlage überflüssig.
Und wer sich zu Legenden hingezogen fühlt, sollte das Haus Nr. 43, die Casa Battlo, ansehen. Gaudi baute hier von 1904 bis 1906 ein Werk, das den Kampf des barcelonischen Schutzpatrons, des Heiligen Georg, mit dem Drachen versinnbildlicht. Das Dach sind die Schuppen des Drachen, das obere Kreuz die Lanze Georgs und der Balkon im 1. Stock das Gebiß des Untiers. Alles recht farbenfroh und mit gestalterischen Keramiken versehen.
Eines der wichtigsten Bauwerke Gaudis ist die Sagrada Familia, die Sühnekirche der heiligen Familie (U-Bahn: Sagrada Familia). Begonnen wurde der Bau 1882; die Kirche ist immer noch nicht fertig gestellt. Gaudi arbeitete an dieser Kirche sein ganzes Architekturleben lang.
Sagrada Familia
Die Sagrada Familia besitzt sehr viele Elemente des Modernisme, der von Gaudi entwickelt wurde. Von der Statik her bediente sich Gaudi einer fast vergessenen Tragwerke-Technik aus der Gotik. Nach solch überbordender Architektur geht es zurück zum Placa de Catalunya. Vielleicht haben Sie Spaß an einem Rundgang durch das Kaufhaus El Corte Ingles oder Sie machen einen Abstecher in eines der vielen Restaurants oder Cafés. Das älteste Lokal ist hier das Café Zurich.
La Rambla – die Bummelmeile
Wie bereits oben erwähnt, ist der Placa de Catalunya der Verkehrsknotenpunkt zwischen Neu- und Altstadt. Der Platz ist hektisch, betriebsam, aber nicht stressig. Dennoch ein kleiner Hinweis: blitzschnelle Taschendiebe haben hier Hochkonjunktur. Und noch etwas: Sie sollten in Barcelona im Auto oder Taxi immer (!) mit von innen verriegelten Türen fahren. Die Trennung zwischen Neu- und Altstadt macht sich im Straßenbild durch die Verkehrsführung deutlich bemerkbar. Neu heißt: rechtwinklig angeordnete Straßen. In der Altstadt herrscht dagegen ein Gewirr von Straßen vor. Schlendern Sie durch die Altstadt etwa entlang der Allee La Rambla, finden Sie rechts und links bemerkenswerte Bauten. So etwa linker Hand die Kathedrale der heiligen Eulalia am Pla de la Seu, die sich auf einem Grundstück befindet, das die Römer zu einem Tempel gemacht haben.
Rechts können Sie das Museum moderner Kunst aufsuchen. Etwas unterhalb in Richtung Hafen liegt der Mercat de la Boqueria – ein Markt, der bereits seit 1217 existiert. 1914 wurde das Metalldach konstruiert. Fisch, Geflügel und Fleisch waren die Hauptangebote der Händler. Schwer zu erkennen ist der Placa Reial – er weist nur vier Eingänge auf. Zu erreichen ist der Platz mt der U-Bahn L3, Station Liceu. Der Placa Reial ist unter anderem berühmt für die behelmten Straßenlaternen, die Antoni Gaudi ab 1878 baute. Der Platz verkam bis in die 70er Jahre immer mehr, wurde dann unter starke Polizeiaufsicht gestellt und ist seitdem wieder berühmt für seine Restaurants, Bars, Cafés und Nachtlokale. Bekannt ist vor allem das Pfeifenraucherlokal ‚La Pipa’.
Und für deutsche Besucher gibt es hier eine katalanische Besonderheit. Die Bierlokale schenken ihr Bier tatsächlich in Halbliterkrügen aus. Wow! Nicht zu verpassen ist das Gran Teatre del Liceau, die Oper. Sie wurde nach einem Brand im Jahre 1994 am 7. Oktober 1999 wieder eröffnet. Folgt man der Rambla weiter, geht es vorbei am Museo de Cera und dem Museo Maritimo de Barcelona durch das Rotlichtviertel hinunter zu den alten Werften. Viele Arbeiten dieses Industriezweiges sind im Museo Maritimo unter gebracht.
Viele Museen zum Staunen
Wer noch Spaß an Museen hat: Bemerkenswert sind das Museu des Malers, Grafikers und Bildhauers Joan Miró, das Museu Picasso mit weniger bekannten Werken von Pablo Picasso, sowie das Museu Nacional d’Art de Catalunya für romanische Wandmalereien und mittelalterliche Kunstwerke. Nicht zu vergessen ist das Schokoladenmuseum. Es liegt in der Career de Commerc, 36 nahe dem Parc de Ciutadella. Hier gibt es alte Maschinen, Workshops mit Schokolade und eine Ausstellung wichtiger Gebäude Barcelonas in Schoko pur.
Der alte Hafen, der zur Olympiade 1992 in gleich drei Häfen für Industrie, Kreuzfahrten und Privatboote umgestaltet wurde, beherbergt heute das Maremagnum, einen Einkaufs- und Vergnügungspark, sowie das Ozeanarium. Es ist das größte Aquarium, das dem Mittelmeer gewidmet wurde. Neben dem alten Fischereistadtteil Barceloneta gibt hier seit 1992 einen gut ausgebauten Küstenstreifen – und den Startpunkt zur Hafenseilbahn, die den Torre Jaume I mit dem Torre Sant Sebastia verbindet und bis hinauf zum Berg Montjuic führt. Von diesem Hausberg mit seinen 173 Höhenmetern haben Sie einen herrlichen Ausblick auf Barcelona. Hier fanden die Olympischen Spiele 1992 statt. Von dort lohnt dann ein Gang zum Font Magica. Eine Springbrunnenanlage mit Fontänen, die in den Sommermonaten zu Musikuntermalung beleuchtet und gesteuert werden.
Barcelona sehen und wiederkommen, das ist hier die Devise. Auch dann, wenn man den Font de Canaletes rein zufällig ob des tollen Shoppings und der sagenhaften Architektur nicht zum eigenen Trunk genutzt hat… (hh)
