Madrid – das ist österreichischer Charme auf spanischem Grund. Immerhin: Die spanische Hauptstadt stand von 1601 bis 1606 unter der Herrschaft der ‚Spanischen Habsburger’ und wurde teils auch ‚El Madrid de los Austrias’ genannt. Errichtet wurden in jener Zeit die Puerta del Sol, das Kloster der Descalzas Reales, der Palacio de Uceda, der Placa de la Ville, der Placa Mayor und die Colegiata de San Isidro.
Ankommen werden Sie wahrscheinlich mit dem Flugzeug. Es sei denn, Sie ziehen eine mehrstündige Fahrt durch die kastilische Hochebene vor. In der 3,3-Millionen Einwohnerstadt Madrid selbst sollten Sie Ihr Auto stehen lassen – die U-Bahn und das Busnetz sind vorzüglich.
Madrid: Vom Flughafen in die Stadt
Für Linienflieger heißt der Flughafen ‚Madrid Barajas’. Für Fliegerei-Interessierte haben wir eine superstarke hochspannende Webseite ausgemacht. Die Adresse finden Sie am Ende dieses Beitrages. Neu ist das Terminal T4; es wurde 2006 in Betrieb genommen und hat sogar eine eigene U-Bahn-Station. Aber Achtung: Ein- und Ausgang des Airports via U-Bahnen kostet 1 Euro extra. Diese sind auch für die Nutzer von Tageskarten zu bezahlen.
Die U-Bahnfahrt mit der U8 ab Station Aeroporto T4 bis zur Endstation Nuevos Ministerios in der Stadtmitte dauert knapp 27 Minuten. Die Einzelfahrt vom Flughafen kostet 2 Euro. Die U-Bahn Madrids gilt nach London als zweitgrößte U-Bahn Europas mit 283 Stationen und 284 km Länge. 2 Systeme verkehren hier: Die Linien 1 (Baujahr: 1919) bis 5, R (die ehemalige Linie 2), und teilweise die Linie 11 sind U-Bahnen mit geringerem Profil-Durchmesser. Er liegt bei 2,3 Metern. Die Stationen sind teils nur 60 m lang. Mit einem größeren Profil fahren die Linien 6 bis 10 und die Linie 12. Sie sind 2,8 Meter breit und haben Bahnsteige von 115 Metern Länge. Dazu gibt es noch so genannte Regionalzüge, die Cercanias. Das Einzelticket in der Zone A (Madrid-Stadt) kostet 1 Euro; Mehrtagestickets sind günstiger. Die Tickets können in den Metro-Stationen, offiziellen Zigarettenläden und bei Zeitschriftenkiosken gekauft werden.
Hotels: Madrid bietet Auswahl
In Madrid gibt es rund 900 Hotels aller Preisklassen. Simpel-simpel kostet ein Zimmer auch im Zentrum ab 40 Euro. Am teuersten ist das Hotel Ritz Madrid mit 261 Euro. Die Winter in Madrid sind sehr kalt – die Temperaturen gehen bis auf 4 Grad im Januar zurück. Die Sommer zeigen im Durchschnitt Werte zwischen 20 und 25 Grad in den Monaten Juni bis Ende August. In dieser Zeit regnet es auch sehr wenig. Beginnen wir unseren Rundgang auf dem Platz Puerta del Sol. Hier befindet sich der so genannte Null-Kilometerstein Spaniens, von dem aus alle Straßenkilometer berechnet werden.
Auf dem Turm des Hauses Casa de Correos befindet sich eine Uhr. Sie kündigt in der Silvesternacht das Neue Jahr mit 12 Glockenschlägen an, die von fröhlichem menschengesäumten Weintraubenessen begleitet werden. Sehenswert an diesem Platz ist eine Statue, die das Madrider Wappen darstellt. Ein Bär macht sich an einem Erdbeerbaum zu schaffen. Der wahrscheinliche Sinn: Klerus und Adel haben im Mittelalter das Land in und um Madrid unter sich aufgeteilt.
Madrid: Sehenwüridigkeiten die Sie nciht verpassen dürfen
In unmittelbarer Nähe zum Puerta del Sol befindet sich der Placa Mayor, der sich zu einem Touristenmagneten gemausert hat. Der Platz ist 129 m lang und 94 m breit. Im Laufe seiner 500 Jahre alten Geschichte wurde der Platz häufig umbenannt. Seinen alten und nun wieder aktuellen Namen erhielt der Platz nach dem Ende des spanischen Bürgerkrieges. Der Placa Mayor hat 9 Zugänge. In der Mitte der Nordseite gibt es das Haus der Bäckerei. Ihr gegenüber das Haus der Fleischerei. Im Platz befindet sich eine Statue von Philip III. Derzeit wird der Platz für viele Aktivitäten verwendet, unter anderem Ausstellungen, Märkte, Fußballspiele, Stierkämpfe und Festivitäten zu Ehren des Madrider Schutzheiligen San Isidros. Und auch der Weihnachtsmarkt findet hier statt.
Nahe des Platzes gibt es ein Restaurant, das da tatsächlich heißt: ‚Madrid de los Austrias’. Folgen Sie der Calle Mayor in Richtung des kleinen Flusses Manzanares, stoßen Sie in Kürze auf die Kathedrale Santa Maria La Real de la Almudena. Die Kathedrale wurde erst 1993 beendet und ist nun Sitz des Erzbistums Madrid. Stilistisch angelehnt wurde die Kathedrale an den offiziellen Sitz des spanischen Königs in unmittelbarer Nähe. Der Palast gehört zu den größten Schlössern des 18. Jahrhunderts. Er beinhaltet rund 2000 Säle, Salons und Kabinette.
Madrid: Besuchen Sie den Palast
Da die Königsfamilie außerhalb im Zarzuela-Palast wohnt, ist das Schloss begehbar und wird auch für museale Zwecke genutzt. Hier hängen Bilder von Goya, Rubens, Velazques und Carvaggio, in Deutschland eher bekannt als Michelangelo. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 wurde – nach einer Mannschafts-Rundfahrt in einem offenen Doppeldecker-Bus – am Paseo del Rey nahe des Flusses Manzanares und recht eng verbunden zum Schloss gefeiert.
Auf dem Rückweg von dem Trip kommen Sie vorbei am Teatro Real und der Oper. Folgen Sie dann der Calle de Alcala, gelangen Sie an den Placa de Cibeles. Auf diesem Postkartenmotiv-Platz feiern die Anhänger des Fußballclubs Real Madrid ihre Feste. Hier befindet sich der Brunnen der Cibeles, der griechischen Göttin Kybele. Sie steht für die Erde, die Landwirtschaft und die Fruchtbarkeit und wird von einem Zugwagen mit Löwen als Gespann gezogen. Umgeben ist der Platz von berühmten Gebäuden wie dem Hauptquartier des Heeres, dem Palacio de Linares und dem Palacio de Comunicaciones. Diesen Palast, der das Rathaus von Madrid beherbergt, hat das Stuttgarter Architekturbüro Schlaich, Bergermann und Partner jetzt mit einem neuen Innendach versehen.
Es gibt viel zu Entdecken
Madrid selbst ist eine Stadt zum ‚Nicht-Satt-Sehen’. Unzählige schöne und bemerkenswerte Gebäude lösen sich ab mit Museen aller Richtungen. Das Bekannteste und wohl Berühmteste ist das Museum del Prado. In diesem Museum hängen die Werke spanischer und europäischer Künstler, wie etwa Goya, El Greco oder auch van Gogh. Ihm dicht beigeordnet ist das Museum Reina Sofia. Es ergänzt die Prado-Sammlung um Werke aus dem 20. Jahrhundert. Und Gemälde aus dem 14.Jahrhundert zeigt das private Museo Thyssen-Bornemisza. Gleich hinter dem Prado und seinen Nachbar-Museen liegen der Botanische Garten und der Parc del Retiro.
Folgen Sie dem Paseo del Prado und kommen Sie zum Bahnhof Atocha. Er ist einer der 2 Bahnhöfe Madrids und Knotenpunkt aller S-Bahnlinien, der U-Bahnlinie 1 sowie der Fern- und Hochgeschwindigkeitszüge aus dem Süden des Landes. Atocha ist ein Kopf- und gleichzeitig auch ein vertunnelter Durchgangsbahnhof: Die jugendstilartig gebaute Dachkonstruktion aus Gußeisen und Glas machte die alte Bahnhofshalle berühmt. Sie umschließt jetzt eine sagenhafte Wartehalle mit einem tropischen Palmengarten. Atocha war der Ort eines Attentates am 11. März 2004. Und während die Einen sich an Bahnhofsarchitektur, Gartenkunst oder der Malerei ergötzen, zieht es die Anderen in das Wachsmuseum (U-Bahn: Colon). Im Museo de Cero stehen 450 Figuren, unter anderem die Beatles, Bart Simpson, Superman, Harry Potter und natürlich auch die Könige, Politiker und Schriftsteller des Landes.
Madrid: Informieren Sie sich im Web
Was wir nicht vergessen wollen ist die Seite für die Fliegerei-Begeisterten. Spielen Sie Luftfahrt-Controller auf der Seite www33.webtrak-lochard.com/webtrak/mad3 und schauen Sie sich mit einer kurzen Zeitverzögerung alle ankommenden und abfliegenden Flugzeuge des Flughafens Madrid-Barajas auf einer Karte aus großer Höhe an. Das gibt der Reise nach Madrid noch einen zusätzlichen Kick. (hh)
