Amsterdam – Tulpen und Meer

Rosen aus Amsterd… ähh, nein, Tulpen aus Amsterdam – mit diesem Schlager sorgte Klaus Gross vor 3 Jahrzehnten für ein angenehmes Ambiente der niederländischen Hauptstadt. Amsterdam, das waren zu jener Zeit Coffee Shops mit Drogenkonsum, gleichgeschlechtliche Liebe und Fun all over. Aber die Stadt in den Niederlanden hat weitaus mehr zu bieten: Grachten, alte Stadtstrukturen, Museen, Theater, Fahrräder und einen Hauptbahnhof, der auf immerhin 8.600 Pfählen ruht.

Amsterdam, eine Hafenstadt in einem feuchten Meer- und Sumpfgebiet zwischen der Amstel und dem Fluß IJ, ist von Deutschland aus leicht mit dem Zug zu erreichen. Die Fahrzeit mit dem ICE von Köln dauert etwa 2:40h. Der Hauptbahnhof Amsterdam Centraal steht auf 3 künstlichen Inseln und ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt der Stadt mit ihren jetzt knapp 800.000 Einwohnern.

Amsterdam: Flughafen und öffentlicher Nahverkehr

Kommen Sie mit dem Flieger nach Amsterdam, landen Sie in Schiphol, dem viertgrößten Flughafen Europas. Von dort aus können Sie mit einem der öffentlichen Busse gen Hauptstadt fahren oder Sie benutzen die Bahn. Von Schiphol aus fährt die Niederländische Bahngesellschaft (NS) zur Station Zuid zum Umsteigen in die Metro oder auf einer anderen NS-Linie direkt nach Amsterdam Centraal.

Die Fahrpreise der Metro, die 1977 in Betrieb genommen wurde, basieren auf einem System Einstiegspreis plus Kilometer. Aber es gibt auch ‚freie’ Stundentickets für 2,60 Euro, 24h-Tickets für 7 Euro und 72h-Tickets für 15,50 Euro. Mit diesen Fahrscheinen können Sie ohne Beschränkungen durch die Stadt und auch in umliegende Orte reisen. Was aber in Amsterdam viel mehr Spaß macht als U-Bahnfahren sind die ‚Fiets’, schlicht: Fahrräder. ‚Fietspaden’, Radwege, ziehen sich durch ganz Amsterdam, durch alle Parks und auch bis in die Nachbarorte. Um Amsterdam ganz anders zu erkunden, eignen sich die insgesamt 100 km Grachten – 165 Wasserwege, die von rund 1.300 Brücken überspannt wurden.

Wohnen: Hotels im Überfluss

Die Stadt hat richtig kräftiges Meeresklima. Im Winter liegen die Temperaturen knapp über 0 Grad, im Sommer steigen sie ab Mai auf 17 Grad, im August sind sie bei knapp 22 Grad. Die Regentage schwanken zwischen 16 und 23 Tagen je Monat. Eine regenarme Zeit gibt es zwischen April und Mai, stark regnen wird es ab September-Mitte. Hotelmäßig haben Sie in Amsterdam die volle Auswahl. Uns sind 642 Hotels in allen Preisklassen angezeigt. Das billigste kostet ab 55 Euro, das teuerste Hotel über 1.000 Euro pro Nacht. Von der Sorte ‚Hotel mit 5 Sternen’ gibt es gleich 17 in Amsterdam. Wirklich Freude macht es, die Stadt vom Wasser aus zu entdecken. Schiffs-Rundfahrten starten nahe des Hauptbahnhofes, des Heineken Museums oder der Stadhouderskade. Auf festgelegten Routen können Sie auch in einem Hop-on Hop-off-Boot mit 12 Stationen zum freien Aussteigen, Gucken und wieder Einsteigen fahren. Der Hauptanlegeplatz ist nahe am Hauptbahnhof.

Mögen Sie es individuell, mieten Sie sich ein Boot. Je nach Bootsklasse ohne Führerschein oder Erfahrung. Ganz romantisch oder vielleicht doch lieber mit anderen Gästen, etwa beim Jazz, Wine and Dine oder in einem so genannten Pancake Boat, zu mieten am van Rijmsdijkweg. 2010 ist übrigens das ‚Jahr der Wasser-Sensationen’ in Amsterdam. Es soll zeigen, dass die Stadt um, mit und von dem Wasser lebt und sich entwickelt. Spezielle Ausstellungen, Architekturangebote und auch Freude am und im Wasser warten hier auf Sie. Gut zu erobern ist Amsterdam mit der ‚I amsterdam’-Karte. Sie erhalten freien Eintritt in 31 Museen, eine freie Schiffsrundfahrt, Geschenke und Ermäßigungen in einer Menge von Restaurants und Geschäften. Die Karte kostet 38 Euro für 1 Tag, 48 Euro für 2 Tage und 58 Euro für 3 Tage.

Museen und Ausstellungen: Amsterdam bietet Abwechslung

Die vielen Museen liegen in dieser Stadt zwischen den Flüssen Amstel und IJ in gehenswerter Entfernung in der Altstadt. Direkt vom Hauptbahnhof aus kommen Sie ins Stedelijk Museum CS. Hier und im Hauptmuseum (siehe unten) sehen Sie Möbel, Münzen, Silberwaren, Schmuck und sogar eine alte Apothekeneinrichtung. Folgen Sie dem Damrak, geraten Sie an das Sex-Museum. Auch so eine nette Stätte gibt es in Amsterdam. Direkt daneben liegt nebenbei bemerkt das Amsterdamer Foltermuseum…

Linker Hand befindet sich das Amstellkring-Museum und ein paar Schritte weiter kommen Sie zum Marionetten-Theater. Zurück zum Damrak. Dort können Sie eine Ausstellung besuchen – und zwar zur alten Amsterdamer Börse (Beurs van Berlage). Parallel zur Beurs van Berlage-Ausstellung gibt es die Nieuwe Kerk-Ausstellung. Der Nieuwe Kerk zur Seite steht der Palast. Er wurde ursprünglich als Rathaus geplant, und dient jetzt repräsentativen Zwecken sowie auch als Gästehaus für Regierungsempfänge. In der Ecke befindet sich auch ein Madame Tussaud Wachsfigurenmuseum. Marie Tussaud erlernte die Herstellung der Wachsfiguren während der französischen Revolution und stellte sie erstmals in einem Museum in London 1835 aus.

Folgen Sie dem Voorburgswal weiter, kommen Sie zum Historischen Museum. In Richtung Universität gelangen Sie an das Allard Pierson-Museum und können nach einem Abstecher durch das internationale Opernhaus ihren Weg fortsetzen, um zum Rembrandthuis zu kommen. Rembrandt van Rijns bewohnte das Haus von 1639 bis zu seinem Bankrott 1658. In wechselvoller Geschichte besitzt das Haus nun eine Sammlung von 260 der insgesamt 290 Radierungen und auch Gemälde des Meisters.

Shopping: Vom Flohmarkt bis zum Einkaufszentum

Relativ dicht am Rembrandthuis befindet sich der Flohmarkt Waterlooplein. Er ist mit rund 300 Verkaufsständen bis auf Sonntags geöffnet. Das Museum Holland Experience offeriert sich ebenfalls in dieser Ecke Amsterdams. Wenden Sie sich jetzt wieder Richtung Oosterdok. Hier gibt es das Museum NEMO. Das Wissenschaftsmuseum ist vor allem für Kinder spannend, bietet aber auch interessierten Erwachsenen Aufregendes. Das Dach ist ein beliebter Aussichtspunkt – und Picknicke sind ausdrücklich erwünscht. Ein anderer Weg führt vom Hauptbahnhof aus rechter Hand über das Multatuli- und das Lab Art Life.Museum hin zum Anne-Frank-Museum an der Prinsengracht. Das Anne-Frank-Haus wandelte sich im ersten Jahrzehnt nach dem 2. Weltkrieg zu einem Museum und einer Gedenkstätte. Der Eingang zu diesem Haus liegt in der Prinsengracht 265, das Museum trägt die Nummer 263.

Gleich neben dem Anne-Frank-Haus finden Sie die Westerkerk. Diese Kirche ist im Renaissancestil erbaut. Sie bietet mit einem 85 Meter hohen Turm einen hervorragenden Aussichtspunkt auf Amsterdam. In dieser Kirche liegen Rembrandt, sein Sohn Titus und seine Geliebte Hendrickje Stoffels begraben. Ganz in der Nähe befindet sich das Homomonument. Das Monument besteht aus drei gleichseitigen Dreiecken, die in einiger Entfernung voneinander platziert sind. Es dient der Versinnbildlichung von Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit und ist am 4. Mai Gedenkstätte für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus. Am 30. April und am 5. Mai wird zum Befreiungstag und zum Königinnentag hier von jedermann kräftig gefeiert. Entlang der Prinsengracht geht es dann weiter zum Rijksmuseum. Das Rijksmuseum an der Stadhouderskade gilt als Nationalmuseum der Niederlande und ist UNESCO Weltkulturerbe.

In ihm befinden sich Werke der großen holländischen Maler wie etwa Rembrandt, Jan Vermeer oder Frans Hals. Zudem birgt es Darstellungen aus der Geschichte des Landes und seinen früheren Kolonien. In unmittelbarer Nähe befinden sich das van Gogh-Museum, das Hauptgebäude des Stedelijk Museums und das Concertgebouw, der Konzertsaal Amsterdams. Und möchten Sie entspannen, bietet sich im größten Park Amsterdams, dem Vondelpark, neben sattem Grün auch noch das Filmmuseum an.

Amsterdam: Lassen Sie den Tag ausklingen

Nach derlei Museen ist es wirklich angesagt, etwas für das Wohlbefinden zu tun: Hierzu öffnen sich die ‚9 Straßen’ – ein Viertel, das sich von der Prinsengracht, der Keizersgracht, der Herengracht und dem Singel begrenzen läßt. In diesem Wohnviertel, zu dem auch Führungen möglich sind, gibt es massenweise Klein- und Kleinstgeschäfte, Bars, Restaurants und Kaffeehäuser.

Und am Singel findet dann noch der Bloemenmarkt statt… und jetzt heißt es nur noch: Fahrrad weg, und schauen, schauen, schauen. Der Schlager damals hieß nicht von ungefähr ‚Tulpen aus Amsterdam’.(hh)

Ähnliche Artikel:

Tags: ,

Bisher noch keine Kommentare

Antworten