Eine Gruppe von sieben Inseln im Mittelmeer, von denen aber nur drei bewohnt sind: Das ist Malta, der kleinste Staat der Europäischen Union. Malta ist etwas kleiner als Bremen und gehört damit zu den Zwergstaaten – es weist gerade mal eine Fläche von 316 Quadratkilometern auf.
Eine Vielzahl von Landschaften
Doch obwohl es nur so klein ist, bietet es eine Vielzahl von Landschaften: Die Nord- und Ostküsten weisen weite, flache Strände und Buchten auf, im Südwesten und Norden dagegen sind die Küsten schroff, felsig und steil. Und trotz seiner Größe ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Maltas – 40& des Bruttosozialprodukts werden aus dem Tourismus gewonnen. Jedes Jahr kommen unzählige Gäste, vor allem aus England, Deutschland und Italien.
Erholungsurlaub am Meer
Malta ist beinahe das ganze Jahr über für Touristen geeignet, je nachdem, welche Vorlieben sie mitbringen: Die ideale Reisezeit richtet sich hier nach den persönlichen Interessen. Wer nach Malta fährt, um am Strand zu bräunen, im Meer zu baden und einfach mal die Seele baumeln zu lassen, für den sind natürlich die Sommermonate ideal, denn dann ist das Meer angenehm warm und die Sonne scheint – Juni bis September sind empfehlenswert. Wer dagegen hauptsächlich nach Malta reist, um Sehenswürdigkeiten zu besichtigen oder auf den Inseln wandern zu gehen, der sollte im Frühjahr oder im Herbst kommen. Das Land ist dann noch nicht von Touristen überlaufen, allerdings können Winde aus Afrika schon einmal sehr heiße Temperaturen mit sich bringen. Insgesamt handelt es sich bei Malta um eine der wärmsten Mittelmeerregionen – Sonnencreme sollte also in jedem Fall eingepackt werden.
Die Geschichte Maltas
Obwohl man das aufgrund Maltas bescheidener Größe nicht erwarten würde, hat es eine sehr lange Geschichte – sie ist wohl Jahrtausende alt. Spuren von steinzeitlichen Tempelanlagen, römische Gräber und Katakomben und Wehranlagen des Malteserordens bezeugen den Einfluss der verschiedenen Kulturen, unter dem Malta im Lauf seiner Geschichte stand. Phönizier, Griechen, Römer, Araber – es wirkt, als sei fast jede wichtige Hochkultur der Geschichte einmal hier vorbeigekommen. Kein Wunder, dass Malta da einige hochinteressante Sehenswürdigkeiten von kulturhistorischer Bedeutung zu bieten hat – manche sprechen gar davon, Malta sei ein einziges Freilichtmuseum.
Beeindruckende Schätze erforschen
Zu den geheimnisvollsten Sehenswürdigkeiten Maltas gehört auch das Hypogäum von Hal-Saflieni, von dem angenommen wird, dass es zu den ältesten Kultstätten Europas gehört. 1902 wurde es per Zufall entdeckt, seitdem begeistert es Touristen und Archäologen gleichermaßen. Wissenschaftler kamen sogar zum Ergebnis, dass das Wunderwerk älter ist als die Ägyptischen Pyramiden. Der unterirdische Grabbau mit dem beeindruckenden Gewölbe steht seit 1980 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Erfahrene Baumeister konstruierten ein Labyrinth aus unterirdischen Gängen, Nischen und Hallen in den Sand- und Kalkstein und erweiterten es über 1300 Jahre hinweg. In den Höhlen wurden auf einer Gesamtfläche von ungefähr 500 Quadratmetern Skelette von 7000 Menschen gefunden. Die drei Ebenen des Hypogäums und die beeindruckenden Wandmalereien aus Ocker, die Decken und Wände schmücken, können heutzutage in kleinen Touren mit Führer besichtigt werden, allerdings sollte man sich schon frühzeitig um die Tickets kümmern – beinahe jeder Tourist will sich gerne in den Katakomben gruseln gehen, weshalb die Eintrittskarten oft schon Tage im Voraus ausverkauft sind.
