Luxemburg – Klein, aber fein

Das Großherzogtum Luxemburg ist der zweitkleinste Staat der Europäischen Union: Es ist nur knapp über 2500 Quadratkilometer groß. Das kleine Land ist gerade mal so groß wie ein paar deutsche Landkreise zusammengefasst und weist nominell gesehen nicht einmal eine richtige Großstadt auf, darf sich aber stolz Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft nennen. Doch das kleine, aber feine Luxemburg hat noch ganz andere Überraschungen zu bieten.

Geographie und Bevölkerung

Die größte Stadt ist Luxemburg mit 92 000 Einwohnern – also gerade mal knapp mehr als das deutsche Tübingen. Insgesamt hat Luxemburg eine halbe Million Einwohnern – in den letzten Jahren allerdings ist die Bevölkerung stetig angestiegen, was in der Politik zu einer lebhaften Diskussion über die optimale Bevölkerungsgröße Luxemburgs führte. Über 42 Prozent der Bevölkerung Luxemburgs sind Ausländer aus Portugal, Frankreich, Italien und Belgien – aber Luxemburg-Reisende aus Deutschland dürfen sich entspannt zurücklehnen: Obwohl die Muttersprache der meisten Luxemburger das Letzebuergesch ist (auch Luxemburgisch genannt), werden auch Standarddeutsch und Französisch als Amtssprachen geführt. Die Druckmedien werden vor allem in Deutsch geführt, was den Einstieg ins Land für Reisende aus diesen Gefilden erleichtern sollte.

Luxemburg, das Urlaubsland

Und warum nicht einmal nach Luxemburg reisen? Von Frankfurt am Main aus braucht man mit dem Flugzeug nur knapp eine Stunde – doch Luxemburg ist auch mit dem Auto gut zu erreichen. Luxemburg hat ein ähnliches Klima wie Deutschland: Die Winter sind mild, die Sommer angenehm warm. Die ideale Reisezeit wird daher häufig von Mai bis August festgelegt, was auch in Luxemburg die sonnigsten Monate sind. Doch auch der Herbst ist ein echter Höhepunkt in Luxemburg, wenn entlang der Mosel, dem wichtigsten Fluss des Landes, Wein- und Erntedankfeste abgehalten werden. Doch je weiter man im Norden des Landes an die Ardennen herankommt, desto höher sind die Chancen auf Regen – im Zweifelsfall sollte man einen Blick in den Wetterbericht werfen, bevor man zum Wandern aufbricht. Luxemburg ist dank der milden Temperaturen fast das ganze Jahr über für Outdoor-Aktivitäten geeignet, wird Freunde der klimatischen Extreme allerdings vielleicht etwas langweilen.

Historie und Gegenwart

Wer nach Luxemburg reist, sollte unbedingt auch der Stadt Luxemburg einen Besuch abstatten – sie lohnt sich auch für mehrtägige Stadtreisen. Luxemburg ist ähnlich einer Stadtfestung von Schutzvorrichtungen an den Stadtgrenzen gesichert. Hier sind Kasematten zu finden, unterirdische Gewölbe im Festungsbau. Sie stammen aus dem Jahr 1644 und wurden über die Jahrhunderte hinweg immer weiter ausgebaut, bis sie im Zweiten Weltkrieg sogar als Luftschutzbunker zum Einsatz kamen. Manche Häuser in der Stadt besitzen heute noch einen Zugang zu den Kasematten im Keller. Bis zu 40 Metern reichen sie in die Tiefe hinab; wer keine Klaustrophobie hat, kann sie in den Sommermonaten besichtigen. Allen Luxemburg-Reisenden, die sich für Burgen und Festungen interessieren, sie auch die Festung Luxemburgs ans Herz gelegt: An dieser Stelle wurde schon im neunten Jahrhundert ein kleines Kastell errichtet. Die Notre-Dame-Kathedrale ist ohne Eintrittsgeld zu besichtigen – allerdings nicht während der Gottesdienste, weshalb man sich vorher informieren sollte. Nach einem Rundgang durch die Stadt lädt der Place d’Armes in der Fußgängerzone im Zentrum der Stadt zu einer Entspannungspause in einem der vielen Cafés ein, die den Platz säumen.

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