Die Letten sind vor allem für eins berühmt: für ihre Volkslieder. Bis heute gibt es in Lettland eine lebhafte Volksmusik-Kultur. Über eine Million Volkslieder sind inzwischen gesammelt worden – im Verhältnis zur Bevölkerungszahl, die bei knapp zweieinhalb Millionen liegt, ist das eine ganz schöne Leistung. Die für Lettland typischen, meist vierzeiligen Lieder berichten von allen erdenklichen Themen – begonnen bei der Mythologie über die Geschichte bis hin zu den kleinen Ärgernissen des Alltags und Reflexionen darüber, ob die Sonne nachts schläft.
Das Herz des Baltikums
Aber obwohl Lettland eines der weniger beachteten Länder der Europäischen Union ist, hat es bei Weitem nicht nur Volksmusik zu bieten – Lettland ist ein kleines, aber feines Land im Norden Europas und im Herzen des Baltikums. Der Massentourismus hat das Land bislang verschont: So garantiert Lettland seinen Besuchern ein ganz besonderes Reise-Erlebnis. Unberührte Natur lockt ebenso wie kulturhistorische Denkmäler und bezaubernde Städte.
Lettlands Flagge ist rot und weiß gestreift – dahinter steht eine blutige Legende: Sie soll das blutgetränkte Leinentuch symbolisieren, auf dem ein Stammesfürst gebettet wurde. Dabei stehen die blutroten Streifen für seine im Todeskampf erstarrten Arme, der weiße Strich für die Stelle, auf der sein Körper lag.
Lettland lädt ein zum Verreisen
Eine Sage, die Lettland ganz schön feindselig wirken lässt – ist es aber nicht: Da Lettland Mitglied der Europäischen Union ist, braucht man auch hier für die Einreise nur einen gültigen Personalausweis oder einen Reisepass. Flüge und Busfahrten nach Lettland sind in den meisten Fällen günstig; von Deutschland aus fliegen airBaltic, Lufthansa, Ryanair und easyJet nach Riga. Auch die Anreise mit dem Auto ist möglich: Sie dauert natürlich länger, bietet dafür aber den Reiz einer Fahrt mit der Fähre. Allerdings sollte man über Polen und Litauen fahren, da in Weißrussland zeitraubende Kontrollen auf einen warten. Von der deutschen Grenze aus ist Lettland in knapp 18 Stunden zu erreichen. Nach dem Grenzübergang darf man sich nicht von den Ampeln irritieren lassen: In Lettland gibt es vier Ampelstufen – bevor die Ampel auf Gelb umschaltet, blinkt sie grün. Das entspricht einer gelben Ampel in Deutschland – schalten die lettischen Ampeln nämlich auf Gelb, darf schon nicht mehr gefahren werden.
Lettland – nicht nur für Winterliebhaber geeignet
Wer eine Reise nach Lettland plant, sollte sich vorher in jedem Fall genau informieren, was vom Wetter zu erwarten ist. So wird als die optimale Reisezeit zumeist der Zeitraum von Mai bis September empfohlen – allerdings ist zu beachten, dass der August in der Regel der Monat mit dem meisten Regen ist. Generell gilt: In Lettland sind die Sommer angenehm warm und nicht zu heiß, Frühling und Herbst mild. Der Winter dagegen ist eisig und verschneit – und nur für Hardcore-Winterliebhaber zu empfehlen. Dagegen sind Frühling und Herbst in Lettland mit ein wenig Glück besonders schön.
Ein Paradies für alle Wassersportler
Passionierte Sportler werden in Lettland voll auf ihre Kosten kommen – vor allem, was den Wassersport betrifft. Lettlands Flüsse bieten auf 2000 Kilometern Wasserweg zahllose Möglichkeiten dazu. Besonders die Kanufahrt ist beliebt – auf der Gauja, der Salaca oder der Abava kann man tagelang mit dem Kanu unterwegs sein. Die Gauja schlängelt sich dabei durch den Gauja-Nationalpark und kann so mit traumhaften Naturlandschaften auftrumpfen. Auch Anfänger können hier problemlos paddeln – es gibt nur wenige und kleine Stromschnellen. Die Amata dagegen eignet sich eher für Kanufahrer mit Erfahrung.
