Finnland: Wie aus dem Ei gepellt

Einmal legte ein Entenvogel sieben Eier auf dem Knie Ilmatars ab, der Göttin der Lüfte. Die Eier jedoch fielen herunter und zerbrachen im Urmeer. Aus den Eierschalen entstanden die Himmelskuppel und Land, das Eigelb wurde zur Sonne und zum Sonnengott Päivätär, das Eiweiß wurde der Mond und der Mondgott Kuu. Kleine Eierschalenstückchen formten sich zu Sternen. Kommt Ihnen das spanisch vor? Ist es aber nicht – es ist finnisch. Der Schöpfungsmythos Finnlands ist zugegebenermaßen ein ganz schöner Hingucker – doch Finnland hat auch sonst einiges zu bieten.

Im Winter und im Sommer eine Reise wert

Finnland: ein Stichwort, bei denen den meisten Menschen schlagartig eine ungemein hohe Selbstmordrate und eisige Kälte einfallen. Zumindest das mit der Kälte ist aber ein Vorurteil: Zwar liegt Finnland im Norden Europas, doch ein durchgehend kaltes Klima darf man nicht erwarten – auch hier ist nicht 365 Tage lang Winter. Natürlich wird es im Winter hier ziemlich frostig, doch im Sommer kann es mancherorts überraschend warm werden, vor allem im Süden. In den Sommermonaten kann der Süden Finnlands mit schönem Wetter und Temperaturen um die 28 Grad punkten. Im Winter liegt in den meisten Teilen Finnlands bis zu vier Monate lang Schnee – ein wahrer Traum für Wintersportler. Als optimale Reisezeit wird aber generell der Sommer von Juni bis August empfohlen.

Ein Abenteuerurlaub in Finnland

Neben den herkömmlichen Städtereisen bietet sich in Finnland die Möglichkeit, ganz besondere Reisen zu unternehmen. Viele Unternehmen haben deshalb zum Beispiel eine Bärensafari im Programm: Für Tierliebhaber wird ein Rundum-Paket zusammengestellt, dessen Hauptattraktion es ist, Bären in freier Wildbahn zu beobachten. In Finnland gibt es rund 1200 freilebende Braunbären, von denen viele im Martinselkosen Eräkeskus hausen, einem Wildmarkzentrum in Nordfinnland. Für die Bärenbesucher gibt es dort kleine Beobachtungshütten, von denen aus man im besten Fall sogar ganze Bärenfamilien sehen kann. Wer genug Geduld mitbringt, ein paar Stunden auf Autositzen in einer engen Holzhütte zu verbringen und übers Kameraobjektiv durch einen schmalen Sichtstreifen in die Natur zu spähen, der wird nicht nur eine einzigartige Erfahrung, sondern auch fantastische Fotos machen können. Im Internet finden Sie entsprechende Angebote.

Die tolle Natur Finnlands entdecken

Für Naturmenschen hält Finnland aber auch ganz andere Überraschungen bereit. Hobbywanderer dürften sich für den Karhunkierros interessieren, die sogenannte Bärenrunde: Dabei handelt es sich um die berühmteste Wanderstrecke Finnlands. Sie beginnt bei Kuusamo in Mittelfinnland nahe bei der russischen Grenze und bietet ganze 82 Kilometer Wanderweg kreuz und quer durch den Oulanka-Nationalpark. Wer sich diesen Teil Finnlands zu Fuß erwandern will, sollte allerdings am Besten im September kommen: Zwar kann man hier auch im Sommer wandern, doch trotz der Mückenplage machen das viele Touristen, und die Übernachtungshütten leiden deshalb teilweise unter Überbelegung. Die Moorlandschaft des Nationalparks ist deshalb vorzugsweise nach der Hochsaison zu genießen. Der abenteuerliche Wanderweg führt teilweise auf Holzstegen übers Moor, an anderen Stellen durch dichte Kiefernwälder vorbei an Flüssen und Bächen – man fühlt sich wie in einem Märchen. Wer die Bärenrunde in ihrer Gesamtheit ablaufen will, sollte knapp eine Woche einplanen und genug Verpflegung mitbringen: Einkaufsmöglichkeiten bietet die Strecke nicht. Dafür sind die Übernachtungen in den Hütten kostenlos, und Zelten ist auch erlaubt. Für Freunde der freien Wildbahn ist die Bärenrunde auf eine Reise durch Finnland also ein absolutes Muss.

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